Genau wie Olli sagt! Man fährt nach Gehör.
Bisher hatte noch keine DR-Z einen Drehzahlmesser und den braucht man auch nicht. Man spürt und hört ganz eindeutig, wann der Motor einen höheren oder niedrigeren Gang braucht. Ich würde mich fast schon schämen, wenn ich an meiner DR-Z mit einem Drehzahlmesser erwischt werden würde ... : )
Ich habe mich gestern wiedermal ausführlich mit einem Bekannten über "moderne" Autos und Motorräder unterhalten. In einem Beispiel ging es um die ganze gruselige Elektronik in den heutigen Fahrzeugen. Ein Fahrzeug, das sich nach dem Austausch der Bremsbeläge nichtmehr starten lässt, weil die Beläge an irgendein Steuergerät angemeldet werden müssen und das nur die Fachwerkstatt kann, werde ich
ganz sicher nicht kaufen!Ähnlich ist es mit den "modernen" Motorrädern. Ein laptopgroßes Display, das mir vor dem Motorstart erstmal ein buntes Video abspielt, kommt nicht in Frage. Bei neueren Motorrädern muss man zum Start ein Nutzerprofil anlegen und dann den jeweiligen User anwählen. NEIN! Ohne mich! In einem Auto, das ein Cockpit wie eine Lufthansa-Maschine hat, aber bei dem man ohne 2-tägige Schulung den Radiosender nicht verstellen kann, habe ich nichts verloren. Nenn mich altmodisch, aber ich will diesen Scheiß nicht, der mich zu 100% abhängig von Markenwerkstätten und Auslesegeräten und Softwareupdates macht!
Letzten Montag war ich mit 2 Freunden in Belgien, wir wollten eine 150 km Offroadtour fahren. Nach ein paar Kilometern hatte meine DR-Z schlechte Gasannahme und ruckelnden Motorlauf und ging auch mehrfach unvermittelt aus. Als Ursache hat sich nach wenigen Sekunden Suche ein Stück des originalen Benzinschlauchs finden lassen, das einen Riss aufwies und deswegen mehr Luft als Benzin in den Vergaser gesaugt wurde. Ich hatte 2 Tage vor der Tour einen neuen Benzinschlauch eingebaut, da der alte ausgehärtet war (ich habe statt dem originalen einteiligen gebogenen Benzinschlauch einen zweiteiligen mit L-Stück, das kurze senkrechte Stück vom Benzinhahn war noch der originale Schlauch und hat den Riss bekommen, das lange waagrechte Stück hatte ich erneuert). Zu dem Zeitpunkt konnte ich noch keinen Schaden am Schlauch feststellen. Da ich den Benzinschlauch ja gerade erst erneuert hatte, habe ich auch kein Ersatzstück mitgenommen. Als einzige Lösung unterwegs am Acker konnte ich aus dem Trinkschlauch des Camelbak ein 2,5 cm langes Stück rausschneiden und am Benzinhahn einbauen. Das geht aber nur ein paar Kilometer gut, da dieser Schlauch nicht benzinfest ist und sich innenseitig eine gelartige Masse absondert, die auch in den Vergaser gelangt und daraufhin die Spritversorgung wieder zusammenbricht. Aber wir haben die Tour trotzdem fortsetzen können.
Mit einem Defekt an den umfangreichen elektronischen Bauteilen oder dem Bussystem "moderner" Motorräder, ist deine Fahrt ganz sicher beendet! Und NIEMAND wird dir vor Ort helfen können.
Wer nicht in der Lage ist, ein 400er Moped ohne Assistenzsysteme und Bordcomputer zu fahren, der sollte aufs Motorradfahren verzichten und sich ein Schoko-Ticket fürs Stangentaxi besorgen!
Wem Konnektivität mit Smartphone, Laptop und Kopfhörern wichtiger ist, als solide und zuverlässige Technik, der soll sich einen neuen Thermomix kaufen, aber kein Motorrad!
Muarharhar!
VG
Peter