Solange der Staat über die immens hohe Besteuerung am Benzinpreis saftig mitverdient, ist nicht davon auszugehen, daß Politiker irgendein Interesse daran haben könnten, den Spritpreis zu senken. Ich muß an dieser Stelle auch noch mal auf die eigentlich unzulässige doppelte Besteuerung hinweisen: Mineralölsteuer, Ökosteuer auf's Produkt aufschlagen - und darauf dann MwSt. berechnen. Fast schon genial, wie man der Bevölkerung in die Tasche greift.
Genau wie beim Thema Atomstrom wußten unsere Politiker spätestens seit den Ölkrisen 1973 und 1979, daß wir irgendwann in Rohstoffknappheit geraten werden. Und genau wie beim Atomstrom wurde keine entsprechende Politik gemacht, schon gar keine langfristige. Ganz im Gegenteil: Volkswagen hat Ende der 80er Jahre den Turbodiesel entwickelt. Aber nicht mit Weitsicht auf einen dadurch möglichen, sinkenden Verbrauch der Motoren und eine Entlastung der Umwelt, sondern einzig, um mittels der durch Turbo ermöglichten Leistungssteigerung ein neues Verkaufsargument für seine KFZ zu bekommen.
Abgesehen davon frage ich mich schon seit Jahren, wann endlich dieser Irrsinn gestoppt wird, Wegwerfverpackungen aus dem Rohstoff Erdöl zu erstellen und diese dann nach Gebrauch auch noch umweltschädigend zu verbrennen.
Von Boykotten einzelner Tankstellen halte ich gar nichts. Bei den ganzen Firmenzusammenschlüssen durch die Globalisierung weiß doch eh kein Schwein mehr, ob der Sprit wirklich von SHELL kommt, wenn SHELL an der Zapfsäule steht. Das einzige, was die Mineralölkonzerne vielleicht zur Vernunft bringen kann sind Boykotte
aller Tankstellen. Einfach mal das KFZ stehen lassen und mit dem Fahrrad fahren, nicht wegen jedem Brötchen ins Auto springen und zum Bäcker gurken. Und nicht mehr am Wochenende "zum Spaß" hunderte Kilometer mit dem Motorrad abreißen. Letzteres ist für uns Endurofahrer vielleicht am bittersten - aber die Zeiten, wo man gewissenlos seinem Spaß fröhnen konnte sind wohl sowieso endgültig vorbei. Zumindest, wenn man durch diesen Spaß zur Rohstoffknappheit beiträgt. Und noch Sinn für so etwas wie Verantwortung hat.

PS: Übrigens, Tankstellen leben schon lange nicht mehr vom Verkauf von Kraftstoffen - die verdienen ihr Geld mit ihrem Randsortiment. Das war schon vor zehn Jahren so. Hat jemand in den letzten Tagen im TV den Amerikaner beim Tanken gesehen, der sich furchtbar darüber aufregte, daß in den USA ein Barrel (3,7 Liter) Sprit zur Zeit "sauteure" 2,80 € kostet? In dem Zusammenhang fiel mir gleich wieder ein, daß Revolten und Putschversuche in Ländern wie Ägypten, Syrien und Jemen pro Demokratie von den USA begrüßt werden. Aber nur in Libyen, daß auf den Haupterdölreserven sitzt wird von UN und USA bombardiert, einmarschiert, getötet. Wegen der Demokratie. Ja ja.
