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 Betreff des Beitrags: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 07.01.2017 20:08 
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DRZ-Goldmember

Registriert: 25.01.2015 10:17
Beiträge: 668
Hallo,

da ich im Moment wegen einer üblen Grippe nicht schrauben kann, komme ich zumindest mal dazu, ein Projekt hier vorzustellen: Die Anfertigung einer Lenkerhalterung für einen Roadbookhalter.

Das Fahren nach einem Roadbook ist eine feine Sache und stellt zusätzlich zum reinen Fahren im Gelände und der Navigation mit dem GPS eine weitere Herausforderung dar. Aktuell kann man bei der Dakar 2017 mehr als deutlich sehen, wie kompliziert das mit unter sein kann.

Einen Roadbookhalter der Firma Touratech hatte ich vor 25 Jahren mal gebraucht kaufen können. Das Teil hatte einen einfach gebauten Deckel, der aber undicht war - schlecht bei Regenpassagen, da dann das Papierroadbook schnell zu Matsche wird. Ich habe daher einen neuen Deckel mit einer Moosgummidichtung angefertigt, bei Dauerniesel hat sich das bisher bewährt. Es ist auch eine Beleuchtung dafür vorhanden, zur Zeit aber nicht montiert. Die Touren, die wir bisher gefahren sind, sind allerdings so lang, dass man durchaus (speziell in den Wintermonaten) schnell in die Dunkelheit gerät und dann über ein beleuchtetes Roadbook froh ist.

So sieht das Teil aus:
Bild


Es fehlte jetzt noch eine Halterung für die DR-Z, da ich einen 28 mm Lenker ohne Querstrebe fahre.
Ich wollte auf keinen Fall einen "typischen" Rally-Vorbau anfertigen, der deutlich über dem Frontscheinwerfer bzw. der Frontmaske steht. Zum einen, da ich die DR-Z mit so einem Rally-Vorbau nicht mehr in den Transporter bekomme bzw. den Vorbau dann jedes Mal abbauen müsste. Zum anderen, da ich gerne einen freien Blick möglichst nah vor das Vorderad habe. Ein Rally-Vorbau lässt kaum einen "kurzen" Blick zu.

Ich habe mich daher für eine direkte Montage am Lenker entschieden. Wichtig ist dabei, dass der Blick auf die beiden Kilometerzähler des Tachos frei bleibt und natürlich die Bedientasten für km + / km - voll bedienbar bleiben.

So sieht das Teil montiert aus (hier fürs Foto an der weitgehend originalen Ersatz-DR-Z, also ohne Handschützer und ohne GPS Halterung):
Bild


Ungefähr der Blick des Fahrers:
Bild


Die Halterung sitzt zwischen den Klemmböcken des Lenkers:
Bild


Die Halterung besteht aus zwei identischen Klemmböcken, die in eine dünne Aluplatte formschlüssig eingesetzt und von der Oberseite verschraubt sind.
Die Klemmböcke habe ich im CAD gezeichnet und aus 12mm dicken Aluplatten wasserstrahlschneiden lassen. Die asymmetrische Form erleichtert die Montage. Das Klebeband verschließt nicht benötigte Bohrungen:
Bild

Bild


Nach dem Schneiden muss man noch etwas Mühe aufbringen, die Teile sorgfältig mit der Feile zu entgraten. Dann kommen die Halteschellen und die Grundteile auf die Fräsmaschine, um die Senkungen für die INBUS-Schrauben und die Zentrierbohrungen zu fertigen. Dann werden beide Teile zusammen auf die Säulenbohrmaschine aufgespannt und die Kern- und Durchgangslöcher gebohrt. Zuletzt noch die Gewinde schneiden und passende VA-Schrauben eindrehen.

Bild



Das Teil hat sich gut bewährt, es liegt zwar nicht perfekt im Sichtfeld, lässt sich aber trotzdem sehr gut ablesen und durch den kurzen Abstand zum Kupplungsgriff auch gut während der Fahrt bedienen.

Eine böse Überrschung gab es jedoch: Ich habe direkt nach dem Start der ersten Tour die DR-Z wieder ausgemacht, da fürchterliche Geräusche aus dem Motor auf ein technisches Problem hindeuteten. Es war ein lautes mechanisches Geklapper und Gerassel. Ich habe dann nochmal den Ölstand kontrolliert und grob nach losen Teilen gesucht - alles OK. Ich hatte die Maschine ja auch gründlich nach der letzten Tour gereinigt und gewartet.

Also wieder drauf und weiter - mit dem gleichen Ergebnis: Anhalten, da kann was nicht stimmen, und bevor man sich den Motor sauer fährt ...

Die Erklärung: Der Roadbookhalter ist direkt am Lenker angeschraubt. Ich habe zwar zum Schutz des Lenkers an jeder Klemmung eine Lage Gewebeband um den Lenker gewickelt, das reicht aber als Schalldämpfung nicht aus. Da der Roadbookhalter ein geschlossener Metallkasten mit einem aufgeschraubten Kunststoffdeckel ist, wirkt das Gehäuse wie ein Verstärker ähnlich einem Stethoskop. Das heißt, es verstärkt ganz extrem alle Geräusche, die über die Motorhalter in den Rahmen und den Lenkkopf eingeleitet werden. Wirklich unangenehm.

Hier muss ich noch Dämpferelemente einbauen, die Geräuschkulisse kann einem die ganze Fahrerei versauen!


Kann die Roadbook-Fahrerei nur empfehlen - macht wirklich Laune! Speziell die DR-Z ist dafür hervorragend geeignet, da der originale Tacho ein feines Rally-Teil ist: Man kann zwei Kilometeranzeigen beliebig auf Null setzen und im + und - Bereich exakt korrigieren. Sogar verschiedene Zeitnahmefunktionen sind integriert. Dafür zahlt man sonst z.B. bei IMO einige hundert Euro. Man kann also die Gesamtkilometer und die Einzeletappen wieder an das Roadbook anpassen, wenn man sich in einer Passage verfahren hat und somit die Kilometerangaben daneben liegen - was sehr häufig passiert, siehe auch Dakar 2017.

VG
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 08.01.2017 13:08 
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DRZ-Stamm-User

Registriert: 19.12.2014 08:41
Beiträge: 94
oh man wäre ich froh, wenn ich solche Maschinen zu Hause hätte... :D
die Halter sehen wirklich sehr gut aus.
Eine einfache und schöne Lösung.

Ich glaube zum Endurowandern ist es geeignet, aber für schnellere Veranstaltung (wo es auf Zeit geht) ist es zu weit unten.
Der Blick geht dann zu weit runter, dadurch ist der Blick zu lange von der Strecke weg.
Ich finde auch den "Tripmaster" der DRZ nicht so schlecht. Bei mir bleibt er deswegen auch als "Reserveinstrument" dran. Die Zahlen sind nur recht klein.

wie schon gesagt, sehr schön selbst hergestellt :daumen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 08.01.2017 13:46 
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DRZ-Goldmember

Registriert: 25.01.2015 10:17
Beiträge: 668
Hallo Komikus,

für schnelles Fahren unter Zeitbedingungen ist diese Position, wie du schon schreibst, nicht geeignet. Bei kniffligen Abzweigungen, die man nicht sofort erkennt, bin ich daher auch öfter stehengeblieben, meist, um nochmal das Roadbook ein Stück zurück oder weiter zu drehen, um bestimmte Streckenmerkmale klar identifizieren zu können. Das senkt natürlich den Geschwindigkeitsschnitt!

Ich fahre gerne auch längere und schnellere Etappen mehr oder weniger im Sitzen. Das ist oft eine Mischung aus "fast sitzen" und stehen. Wenn man die Beine leicht anwinkelt, also quasi den Hintern leicht von der Sitzbank hebt, kann man sehr gut Bodenwellen ausgleichen und das Fahrzeug schön steuern (Drift). Mit der sitzenden Position ist ein über dem Scheinwerfer angebrachter Roadbookhalter störend im Blickfeld. Man müsste dann mehr oder weniger alles im stehen fahren.

Wir fahren aber ausschließlich aus Spaß ohne jeden Wettbewerbscharakter. Obwohl man klar sagen muss: Wenn noch andere Teams an den Start gehen (kein Wettbewerb!), verfällt man doch in eine Art Rennmodus, d.h., man schaut schon ganz genau, ob der Abstand zum vorausfahrenden Team größer oder kleiner wird und freut sich auch insgeheim, wenn man Teams einholt, weil sie langsamer sind oder sich verfahren haben! Da kommt schon so ein bischen Rennfeeling auf.

Der Tripmaster an der DR-Z ist schon ein sehr komfortables Gerät in dieser Preisklasse - ich kenne kein anderes Serien-Motorrad, an dem ein Tacho mit solchen Rally-Funktionen ab Werk verbaut ist. Klasse! Etwas problematisch ist die Bedienung, wenn man es "eilig" hat. Das Hin- und Herschalten zwischen Trip A und B erfordert etwas Übung, wenn man nicht aus Versehen die falsche Anzeige auf Null setzen will. Auch das Roadbook würde sich mit einem elektrischen Vorschub, der per Knopfdruck am linken Lenkerende bedient wird, "schneller" bedienen lassen. Gibt es sogar als Zubehör bei Touratech.

Ich glaube, es ist am Kabelanschluss des Tachos der DR-Z schon ein Kabel vorhanden (dürfte Farbe Weiss sein), mit dem man über einen einfachen Taster den aktiven Trip auf Null setzen kann, das wäre noch eine Option. Wobei ich schon sehr oft beide Kilometerstände (A und B) manuell korrigieren muss, man verfährt sich besonders in heiklen Etappen mit engen Abständen zum nächsten Abzweig sehr leicht. Da fehlt dann auch die feine Auflösung am Tripmaster, da man nur 100m-Schritte ablesen (und korrigieren) kann. Bei einer Roadbookangabe "Abzweig nach 1.46 km" ist das schon relativ grob. Aber wie gesagt, es ist eine reine Gaudi-Nummer, wir fahren landschaftlich reizvolle Etappen teilweise mehrfach hintereinander, nur weil es Spaß macht. Dann kommt man natürlich nicht über die gesamte Distanz, macht aber nichts. Fährt man halt nochmal an einem anderen Termin.

VG
Peter

PS: Danke für das Lob. Ja, mit der komplett eingerichteten Werkstatt hat man einige Möglichkeiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 08.01.2017 15:10 
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DRZ-Stamm-User
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Beiträge: 86
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Hi Knacker,

da muss ich mich Andreas mal anschließen - schön gemacht und Deine Werkzeugausstattung ist auch beneidenswert!!!

Bei meiner Zette hab ich mir'ne Mittelstrebe auf den dicken Lenker geschraubt, auf welcher ich den Roadbookhalter samt RNS-Tripmaster montiert habe. Wettbewerbscharakter hin oder her, ich finde die Lösung mehr als ungünstig. Das ist halt'ne Sicherheitsfrage. Bspw. tauchte beim Roadbooklesen plötzlich diese abschüssige Linkskurve vorm Vorderrad auf - ein Glück, dass wir alle so brave und handliche Dreckspatzen fahren... Die BIG hätte ich in dieser Situation sicherlich irgendwo zwischen den Bäumen vergraben...

@Komikus: Poste doch mal ein Bild von Deiner RBH-Halterung am Lenker. Die finde ich nicht schlecht, war mir als Provisorium aber zu teuer... :oops:

In meiner eiskalten Werkstatt liegt der zweite 3D-gedruckte Prototyp für eine Vorbauaufnahme, welche an den Steuerkopf montiert wird. Das gibt dann auch Raum für Rallyeverkleidung und anständiges Licht... Wenn's dann endlich passt, gibt's die aus'm Vollen gefräst. :wink:


Beste Grüße
Stephan

PS: Gute Besserung!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 08.01.2017 16:51 
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DRZ-Goldmember

Registriert: 25.01.2015 10:17
Beiträge: 668
Hallo,

bin immer wieder begeistert, dass es in diesem Forum zu fast jedem Thema auch andere Mitglieder gibt, die sich damit befassen.

Da ihr euch ja mit professionelleren Lösungen zur Montage eines Roadbookhalters und weiterem Zubehör (Tripmaster, Beleuchtung) beschäftigt, für welchen Einsatzzweck ist das denn gedacht?

Ich fahre bisher nur aus Spaß bei ausgeschriebenen Veranstaltungen mit, im Bekanntenkreis haben ca. 5 Leute mit leichten Enduros (Sherco, KTM, AJP, XT350, Husqvara 2Takt) Spaß an der Sache. Da ich der einzige mit einem Roadbookhalter und GPS-Kenntnissen bin, "darf" ich immer vorne fahren. :crazyfreude:

Die anderen haben dann natürlich leichtes Spiel, sie brauchen ja einfach nur hinterherzufahren, ich muss mir ja den Kopf über den richtigen Pfad machen.

Im Internet finden sich ja einige Möglichkeiten, Roadbooks selber zu erstellen. Wie macht ihr das? Selber erstellen oder an Veranstaltungen teilnehmen, bei denen der Veranstalter ein Roadbook stellt? Welche Veranstaltungen fahrt ihr, evtl. fährt man ja mal eine zusammen?

Hat jemand Erfahrungen mit dem Trippy?

Würde mich auch über Fotos zu euren Lösungen mit dem Roadbookhalter freuen.

VG
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 08.01.2017 20:35 
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DRZ-Stamm-User

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Beiträge: 94
so sieht es bei mir derzeit aus:

haben den Lenker frei gehalten, damit dort das Notfall-Navi (für den Heimweg) noch hin passt. Bei einigen Veranstaltungen ist das Navi leider auch Pflicht.
Bild

es steht recht weit vor, aber damit ist die Bremsleitung frei und den originalen Tacho sieht man auch noch:
Bild

eigentlich wäre ein Lenkungsdämpfer jetzt sinnvoll, aber Platz ist keiner mehr
Bild

die Befestigung erfolgt über die oberen Lenkungsklemmen, hier sieht man es ein wenig:
Bild
sehr schade, dass man hier nur so kleine Bilder verlinken kann, hierauf ist es nicht so gut zu erkennen....

und so breit ist es nicht, man sieht noch ganz gut auf das Vorderrad. Im Notfall ein wenig nach rechts oder links beugen :)
Bild

an der BIG fahre ich auch lieber den Rahmenfesten Vorbau, das ist dann aber was anderes. Da waren die Aufnahmepunkte schon da.
Bild

für die Zette suche ich noch nach einer besseren Lösung, das zusätzliche Gewicht am Lenker merkt man schon...

und Tripy....
ja, war an meiner Transalp dran:
Bild

habe ich noch da und benutze es auch immer mal wieder. Gibt ja inzwischen auch Veranstaltungen, die die Strecken fürn Tripy anbieten.
Das passt hier aber nicht rein.
Kannst mich gerne anschreiben dazu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 08.01.2017 20:43 
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DRZ-Stamm-User

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hier noch ein Bild von dem Halter. Ist Dunkel in der Garage und wie man sieht wird gerade das Lenkkopflager noch erneuert.
Daher so ein seltsames Bild:
Bild

ich möchte noch einmal wiederholen:
- ich finde es sehr toll, was Du da selbst gebaut hast. Mein Halter ist gekauft.
- außerdem möchte ich Deine Umbauanleitung hier nicht zerschreiben :) sowas gehört sich nicht.
- wollte nur ein paar Hinweise geben...

und für die restlichen Dinge sollten wir ein eigenes Thema auf machen. :kaffee:


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 08.01.2017 21:09 
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Hi Peter,

der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Amateurrallye's und es geht um den Spaß und um's Durchkommen! :D

Knacker hat geschrieben:
Im Internet finden sich ja einige Möglichkeiten, Roadbooks selber zu erstellen. Wie macht ihr das? Selber erstellen oder an Veranstaltungen teilnehmen, bei denen der Veranstalter ein Roadbook stellt? Welche Veranstaltungen fahrt ihr, evtl. fährt man ja mal eine zusammen?


Ich habe in den letzten Jahren einiges ausprobiert und nutze seit 2 Jahren den Rallynavigator. Man kann sich einen kostenlosen Account anlegen und fleißig rumprobieren, wirklich sinnvoll kann man das Ding aber nur mit dem Premium-Account nutzen (lag bei ca. 50$/Jahr). Man kann die Roadbooks auch mit anderen Usern teilen - eventuell auch mit einem Premium-User, der die dann ggf. ausdrucken kann... 8) Das ganze funktioniert auf Basis eines GPX-Tracks (ist aber nicht zwingend erforderlich) und mittels Google Earth kann man recht genau die Strecke ziehen.
Alternativ gibt es schöne Veranstaltungen wie die Croatia Rallye Dalmatia, die Breslau Rallye oder die Baja Deutschland. Unter den Enduristen gehen auch schonmal ein Paar Roadbooks in NL umher, die sind auch ganz interessant.


Grüße
Stephan


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 09.01.2017 23:21 
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Hallo Andreas,

sehe schon, du hast da eine deutlich vollständigere Ausstattung an Navigationstechnik.
Da dürften schon ein paar Kilo an Ausrüstung am Lenker "zerren". Außerdem sind natürlich diverse Schalteinheiten an den beiden Lenkerenden angebaut.

Könntest du mir an Hand deines 4. Fotos die Funktionen der Schalter kurz erläutern?
Wie wirkt sich die benötigte Leistung für Vorschubmotor und Beleuchtungen auf die LiMa aus?
Wie hast du die elektrischen Verbraucher abgesichert, die DR-Z hat ja original nur die eine Hauptsicherung an der Batterie?

VG
Peter

PS: Mein Roadbookhalter-Halter ist eine Feierabendbastelei und muss / wird noch verbessert werden, ist ja noch der Prototyp. Ich bin für jede Anregung und Kritik dankbar, da nur so sinnvolle Verbesserungen einfließen können. Also bloß keine Rücksicht bei euren Beiträgen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 09.01.2017 23:47 
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DRZ-Goldmember

Registriert: 25.01.2015 10:17
Beiträge: 668
Hallo Stephan,

über den Rallynavigator bin ich bei der Recherche auch schon gestolpert.
Das scheint eine feine Sache zu sein, speziell, wenn man eine Offroadroute schon mehrmals gefahren ist und über die GPX-Dateien verfügt. Das scheint dann ja im wesentlichen mit ein paar Mausklicks zu einem Roadbook zu werden, die Hauptarbeit dürfte die Feinabstimmung der relevanten Entfernungen (Abbiegepunkte) und die Korrektur von Fehlaufzeichnungen auf Grund von GPS-Schwankungen sein. Gerade in dichten Waldgebieten sind die mit meinem zumo 390 aufgezeichneten Strecken oft sehr weit von den realen Wegen entfernt.

Bei meinem wasserstrahlgeschnittenen Halter habe ich keine Vorstufen im 3D-Druck angewendet, ich brauchte das Teil sehr kurzfristig, da wir in Holland fahren wollten. Die Anpassungen vorm Wasserstrahlschneiden habe ich mit ausgedruckten und auf dünnen Karton aufgeklebten und ausgeschnittenen Zeichnungen gemacht. Die Aluteile schneidet ein Freund von mir nach Feierabend. Ist also eine kostengünstige quick & dirty-Lösung.

Die Herstellung von Vorserien- oder Prototypen-Teilen in Aluminium-Guss (Ausschmelzverfahren) über 3D-Druck in Kunststoff habe ich schon mehrfach beruflich genutzt - genial, was hier machbar ist. Mit den aktuellen Entwicklungen im Pulvermetallurgie-Rapid Prototyping (direktes Drucken und Lasersintern im Additive Manufacturing) lassen sich ja schon hochfeste Bauteile in Stahl (Turbinenschaufeln z.B.) herstellen. Genial!!!

Da kommt noch was auf uns zu!

In meiner eigenen Werkstatt habe ich bisher nur konventionelle Maschinen (mehrere Fräsmaschinen, Drehbänke, Säulenbohrmaschinen, Kaltkreissäge, Bügelsäge-Halbautomat, Schweißen Kohlenstoffstahl und VA, Strahlkabine, Lackierkabine, Ventilschleifmaschine ...), für alle NC oder CNC Techniken habe ich Zulieferer und stelle 2D & 3D-CAD-Daten oder Schnittdaten zur Verfügung. Damit lässt sich schon sehr viel machen, CNC-Drehen oder Fräsen, Lasersintern, Stereolithografie u.ä. ist heute vergleichsweise preiswert zu haben, wenn man die Datensätze selber bereitstellen kann.

Mit welcher CAD-Software erstelltst du deiene Teile? Ich arbeite mit ProEngineer (im Moment Creo 2.0).


VG
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 10.01.2017 00:00 
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Hallo Peter,

alter Schwede - Du bist ja wirklich erstklassig aufgestellt! Ggf. könnte man sich da ja mal zusammentun... :)

Bzgl. der Genauigkeit vom Rallynavigator habe ich bei mittlerweile 7 Roadbooks noch keine wirklich extremen Abweichungen festgestellt. Dadurch, dass der nächste Punkt dann immer wieder stimmt, kommt das gut hin. Zumal man bei der Erstellung des Roadbooks die Strecke generell noch auf die sichtbaren Wege - sofern vorhanden - schiebt... Ist wirklich nett das Ding! :wink:


Grüße
Stephan


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfertigung Roadbookhalter für die DR-Z
BeitragVerfasst: 10.01.2017 12:44 
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Registriert: 19.12.2014 08:41
Beiträge: 94
Hi Peter,

Knacker hat geschrieben:
Da dürften schon ein paar Kilo an Ausrüstung am Lenker "zerren".

Ja, leider... das Roadbook (vor allem wenn voll mit Papier) merkt man schon. Aber glücklicherweise wirkt es noch ein wenig als Lenkungsdämpfer, da es ein wenig gegen die Beschleunigung der externen Lenkkräfte wirkt. Nur wenn es einmal in Bewegung versetzt, dann muss ich mit meinen Armen die Trägheit des Gewichtes überwinden...

Knacker hat geschrieben:
Wie wirkt sich die benötigte Leistung für Vorschubmotor und Beleuchtungen auf die LiMa aus?
Wie hast du die elektrischen Verbraucher abgesichert, die DR-Z hat ja original nur die eine Hauptsicherung an der Batterie?

der Motor für nimmt kaum Leistung auf. Es ist ein 12V Getriebemotor. Der Motor selbst war wohl bei einigen Glattbahnrennern (Carrera-Bahn) verbaut. Die Kraftübertragung auf die Rollen erfolgt dann wieder per O-Ringe, d.h. wenn es schwerer geht, dann rutschen die Ringe durch und der Motor zieht nicht unnötig Saft. Die Beleuchtung vom Roadbook ist ein LED-Streifen mit 5 LEDs. Also auch nichts wildes.
Abgesichert sind alle zusätzlichen Dinge zusammen mit ner 10A-Sicherung. Da ist auch noch genug Luft.
Im November bin ich dann noch mit 2 zusätzlichen 18W-LED-Flutern gefahren (da wird es ja so schnell dunkel), auch das war alles kein Problem. Die LIMA der S bringt genug. Und den Motor vom Roadbook selbst brauchst Du ja nur kurz vor oder nach einem Abbiegepunkt um auf das nächste Bild zu kommen.

Knacker hat geschrieben:
Außerdem sind natürlich diverse Schalteinheiten an den beiden Lenkerenden angebaut.
Könntest du mir an Hand deines 4. Fotos die Funktionen der Schalter kurz erläutern?

Das Bild ist nur die "Minimalkonfiguration", die nehme ich, wenn es nur um Spaß und im relativ bekannten Gebiet geht:
Bild

Rechte Seite (von Außen nach Innen):
- Kill-, Starter-, Lichtschalter (Org-2000er DRZ-400S), der hat noch einen extra Lichtschalter, damit kann man das Licht komplett abschalten
- Roter Knopf = Schalter zum Zurücksetzen (Nullen) des Trips beim Org-Tacho

auf der linke Seite ist eine CEV-Schalter-Kombination verbaut mit einem zusätzlichen Halter für den Tripmasterschalter und den Kippschalter fürs Roadbook:
Bild
Oben der Lichtschalter mit Hupe und Killschalter
unten der Blinkerschalter

auf den Blech-Halter kam dann in die Mitte der Tripmasterschalter
und unten dran der Roadbookschalter
Bild


wenn ich weiter weg bin und auch die Tagesetappen länger werden und man einfach mehr Sicherheit braucht, dann gibts dieses Setup:
Bild
Rechte Seite bleibt gleich
auf der linken Seite gibts dann einen anderen (besseren) Kombischalter für Tripmaster1 und Roadbook (ganz außen)
dann den Schalter für Tripmaster2
dann der CEV-Schalter (braucht man eigentlich nur für die Zwischenetappen)
der Zündschalter wandert nach rechts und links ist dann noch ein kleiner Ersatzschalter fürs Roadbook versteckt. So habe ich alles außer das Roadbook selbst doppelt.

Knacker hat geschrieben:
PS: Mein Roadbookhalter-Halter ist eine Feierabendbastelei und muss / wird noch verbessert werden, ist ja noch der Prototyp. Ich bin für jede Anregung und Kritik dankbar, da nur so sinnvolle Verbesserungen einfließen können. Also bloß keine Rücksicht bei euren Beiträgen!

:aplaus:
und genau hier sieht man den Unterschied... ich habe nur ne kleine Blechschere, Handbohrmaschine und Feilen... daher kann ich bestimmte Dinge auch nur aus einfachem Material herstellen. So manches hätte ich auch gern mal in schön :) habe ja nicht mal einen Schraubstock :oops:

falls Du mal keine Lust zum Basteln haben solltest, dann kannst Du gern mal ein Roadbook mit entsprechendem Tripmaster testen (die Kombi Roadbook und ICO-Tripmaster [der graue auf dem letzten Bild rechts oben]) sind zu verkaufen.
So ein Motorantrieb am Roadbook es seine Vorteile. Die linke Hand bleibt am Griff. Macht die Sache sicherer... :opa:


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