Hallo. jetzt möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben :
Hatte selber fast zwei Jahre eine TTR 600 von 2001. Das Motorrad war für mich als Enduroeinsteiger aus damaliger Sicht der optimale Einstieg. Nachdem ich meine R1 auf der Straße habe abfliegen lassen, habe ich mir geschworen, Motorrad nur noch abseits öffentlicher Straßen zu bewegen. Zufällig hatte ein Händler in der Nähe eine gerade eingefahrene TTR im Laden stehen, außerdem erklärte er sich bereit, meinen verbogenen "Stahlklumpen" für einen guten Preis in Zahlung zu nehmen. Gesagt - getan. Die TT ging also in meinen Besitz über und mit ihr erlernte ich die ersten Gehversuche im Gelände. Pluspunkte der TT: Auch bei derben Stürzen ging fast nichts kaputt, da z.b. Kühlerplastiks u.ä. erst gar nicht verbaut sind. Serienmäßiger, stabiler Motorschutz, robuste wenn auch schwere Motortechnik, Öhlins Fahrwerk, gut gepolsterte, recht breite Sitzbank und eine Motorcharakteristik, die auch einen zu hoch gewählten Gang durch bärige Motorschwungmasse verzeiht. Über die Wartung bleibt eins zu sagen : Idiotensicher. Luftfilter dank Schnellverschlüssen wie bei der DRZ sehr einfach zu warten, Ventile einstellen mit Tank an-und abbau ca. 45 Min., Ölwechsel relatriv schnell und einfach zu bewerkstelligen, wenn da nicht das Entlüften wäre, was immer eine kleine bis mittlere Sauerei war. Eine Tour durchs Sauerland über 200km war zwar möglich, muß ich persönlich aber nicht wirklich haben, vielleicht bin ich aber auch nur Reihenvierzylinderracer verwöhnt. Alles in allem war meine TTR mit extrem kurzer Übersetzung für meine Zwecke im Gelände völlig ausreichend, wenn da nicht diese Kickprozeduren gewesen wären. Ich hatte mir einige Male geschworen, das Bike an einem nicht ganz geschafften Hang "umzubringen". Hat sie erst einmal auf einer Seite gelegen und der Vergaser war übergelaufen, hieß es Zigarettenpause und nach ca. fünf Minuten Ruhephase konnte mal langsam ans kicken gedacht werden. Außerdem ist der "Eisenhaufen" gegenüber einer DRZ um Welten unterlegen was die Handlichkeit angeht. Mein Fazit :
TTR :
Sitzkomfort: Zwar auch nicht Langstreckentauglich aber wesentlich angenehmer als eine DRZ
Wartungsaufwand:Sehr gering da einfache, robuste Technik
Optik : Geschmacksache aber ich fand sie damals wie heute "gelungen"
Fahrleistungen: Motor ist für das Gewicht ein wenig schlapp
Anspringverhalten: Kalt - gut, warm - o.k., lauwarm - vergiß es.
Ausstattung : DID Alufelgen, voll einstellbares Öhlinsfederbein, Gabel vorn ein wenig weich, robuste Plastikteile, stabiles Zwei-Personen-Heck
DRZ/E
Sitzkomfort: Strecken auf der Straße werden nach spätestens 100 km für mich uninterressant ( weiß ich aus der Einfahrphase ), zumal ich das Bike nicht für die Straße gekauft habe
Wartungsaufwand: Ebenfalls sehr gering, lediglich Ventile einstellen ist aufwändiger als bei der TT
Optik : wie alle derzeitig aktuellen Enduros - o.k.
Fahrleistungen : Motor ist absolut top, auch untenrum trotz 200ccm weniger Hubraum wesentlich agiler dank Beschleunigerpumpe und weniger rotiernede Masse, weicher Motorlauf
Anspringverhalten : dank E-Starter noch nie Probleme, vorausgesetzt die Batterie isst auch fit
Ausstattung : Excel Alufelgen, Federbein komplett einstellbar, Gabel mit bescheidenem Ansprechverhalten, billige Hecklösung , Auch die Plastiks scheinen einiges zu ertragen.
Der Umstieg von TTR auf DRZ war einfach nur
Was diese Motorrad einfach besser und einfacher kann muß man selbst erfahren. Ich gebe nur den Tipp, beide Bikes wenn möglich mal ein WE zu testen, nicht nur eine 2Km Probefahrt, sondern teste die Sachen ausgiebig, die Du später auch damit machen willst.
Gruß Markus